In vier neunten Klassen haben Jugendliche eine Lernumgebung erprobt, in der sie über eine erfundene Schule entscheiden mussten: Soll sie ein KI-Werkzeug einführen, das Rückmeldungen im Unterricht gibt? Die Umgebung läuft im Browser und ist als Erzählung angelegt.
Die Jugendlichen arbeiten sich in die Sicht der Beteiligten ein und wägen drei Gesichtspunkte gegeneinander ab: Datenschutz, Verzerrung und die Folgen für die Umwelt. Anschliessend müssen sie sich in der Gruppe auf eine Rangfolge einigen; dafür gibt es eine gemeinsame Oberfläche. Eingebaut ist zudem ein Gesprächspartner, der wie ein Mitschüler auftritt und beim Nachdenken und Diskutieren hilft.
Entwickelt wird die Umgebung zusammen mit Schülerinnen und Schülern einer höheren Stufe; deren Rückmeldungen bestimmen mit, welche Rolle der Gesprächspartner hat, wie er sich verhält und wo seine Grenzen liegen. Die Autoren berichten von starkem Interesse in den vier Klassen und davon, dass die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen mit KI in die Diskussion einbrachten. Das ist ihre Einschätzung. Belege dafür, dass die Klassen danach mehr über KI wussten als vorher, führt die Arbeit nicht auf.
Für die Region
Eine Schule hier braucht für so ein Gespräch keine eigene Software – aber die drei Gesichtspunkte, an denen die Jugendlichen ihr Urteil aufhängen, sind dieselben, die ein Kollegium beim Entscheid über ein neues Werkzeug abwägen muss.