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Goldbacher Bote

Forschung und Zahlen

Sparsamer Modus verliert gegen die Wartezeit

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

Eine Forschungsgruppe hat Studierenden während der Arbeit mit einem Sprachmodell eingeblendet, was die Antwort kostet: Wartezeit auf der einen Seite, Kohlendioxid auf der anderen. Erprobt wurde die Anzeige mit 89 Informatikstudierenden zwischen 18 und 24 Jahren, alle in einem Kurs zu ethischen Fragen des Fachs.

Das Ergebnis fällt in eine Richtung deutlich aus. Je länger die Wartezeit empfunden wurde, desto seltener entschieden sich die Studierenden für das sparsame System – dieser Zusammenhang ist der Arbeit zufolge statistisch klar belegt. Umgekehrt stieg die Bereitschaft, wenn die Studierenden erkannten, wie viel Kohlendioxid sich damit sparen liess; auch das ist belegt, aber auf schwächerem Niveau.

Studierende mit stärkerer ökologischer Haltung waren von Anfang an eher bereit, den sparsameren Modus zu nehmen, und berichteten am Ende von einem geschärften Blick auf die Umweltfolgen. Doch auch dieser Vorsprung schmolz, sobald die Wartezeit stieg. Die Autoren halten die Anzeige deshalb für einen brauchbaren Ansatz und zugleich für eine Gelegenheit, das Thema im Unterricht zu behandeln.

Was die Zahlen nicht hergeben: 89 Personen aus einem Fach und einem Kurs sind keine Grundlage für Aussagen über Studierende allgemein. Die Arbeit nennt auch nicht, wie viel Kohlendioxid und Wasser am Ende wirklich gespart wurde, sondern nur, wie oft die sparsame Antwort gewählt wurde. Dass mehr als vier von fünf Studierenden Sprachmodelle nutzen, ist der Ausgangspunkt der Arbeit, nicht ihr Befund.

Für die Region

Wer in einer Schule oder einem Verein ein Sprachmodell einsetzt, kann daraus mitnehmen: Ein sparsamer Modus wird nur genutzt, solange er nicht spürbar langsamer ist.

Erschienen in der Ausgabe vom Mittwoch, 26. August 2026.