Eine Untersuchung hat 504 Personen Nachrichtenausschnitte vorgelegt und dabei zwei Urteile verlangt: Stammt der Text von einem Menschen oder von einer Maschine, und ist die Meldung echt oder erfunden. Zusammengekommen sind 2438 Einzelurteile.
Das erste Ergebnis widerspricht der naheliegenden Annahme, wachsame Leserinnen und Leser lägen häufiger richtig. Wer misstrauischer war, erkannte nicht mehr; die Untersuchung beschreibt das als Lücke zwischen Wahrnehmung und Treffsicherheit. Dazu kommt der Befund, dass heutige Sprachmodelle häufig Texte erzeugen, die von menschlich geschriebenen nicht zu unterscheiden sind.
Der dritte Befund trägt eine Zahl. Unter anhaltender Konfrontation fiel die Erkennung erfundener Meldungen um 10,2 Prozentpunkte, während das Urteil über die Herkunft stabil blieb. Ermüdung trifft die beiden Fragen also nicht gleich. Was diese Zahlen nicht belegen: wie gross der Unterschied ausserhalb einer Versuchsanordnung ausfällt, und ob 504 Personen für eine Leserschaft stehen können, die nicht zum Prüfen eingeladen wurde. Die Untersuchung ordnet ihre Ergebnisse einem Modell aus der Computersicherheit zu, das einen Angriff in Stufen zerlegt, und leitet daraus Ansatzpunkte für Gegenmassnahmen ab.
Für die Region
Für einen Verein oder ein KMU hier heisst das: Wer eingehende Meldungen prüft, sollte das nicht in Serie und nicht am Ende eines langen Tages tun – die Trefferquote sinkt mit der Dauer, nicht mit der Wachsamkeit.