Goldbach im Emmental Suche
Goldbacher Bote

Geschichte

Hasles Weiler sind 361 Jahre früher bezeugt

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

Die Gemeinde heisst nach ihrem Dorf. In den Akten ist dieses Dorf der jüngste Teil der Gemeinde.

Im Jahr 894 verzeichnet eine Schenkung an das Kloster St. Gallen mehrere Siedlungen des heutigen Gemeindegebiets: Uetigen erscheint dort als Utingun, Gomerkinden als Comirichingun, Bigel als Pigiluna, dazu weitere Weiler. Hasle selbst fehlt in dieser Reihe. Es taucht erst 1255 auf, in der Form Hasela – 361 Jahre später.

Vorsicht mit dem Schluss, die Höfe seien älter als das Dorf: Eine Urkunde datiert, wann etwas aufgeschrieben wurde, nicht wann es entstand. Belegt ist die Reihenfolge der Erwähnungen, nicht die der Gründungen. Warum die Schreiber des 9. Jahrhunderts die Weiler kannten und das Dorf nicht, beantwortet die Quelle nicht.

Danach ändert sich vor allem die Schreibweise. 1261 steht Hasle, 1531 Hassly, 1574 Hassle. Der Name kommt vom althochdeutschen «hasal», dem Haselstrauch.

Die Herrschaft wechselt in längeren Abständen. Im Mittelalter liegt die Oberhoheit bei den Kyburgern, Hasle gehört zum Landgericht Ranflüh. 1384 kommt es unter Bern, 1525 zum Schultheissenamt Burgdorf. Dann bricht 1798 das Ancien Régime zusammen: In der Helvetik wird Hasle dem Distrikt Burgdorf zugeschlagen, fünf Jahre darauf einem Oberamt gleichen Namens. Dieses Oberamt wiederum macht die neue Kantonsverfassung 1831 zum Amtsbezirk.

Für die Region

Die Namen aus der Urkunde von 894 sind nicht verschwunden. Die Gemeindegliederung führt im Viertel Schafhausen bis heute Uetigen sowie Unter- und Obergomerkinden. Wer dort an einem Wegweiser vorbeigeht, liest ein Wort, das seit über elfhundert Jahren aktenkundig ist.