An einer grossen Universität für Lehrerinnen- und Lehrerbildung sind 2121 Personen zu ihrem Umgang mit künstlicher Intelligenz befragt worden: 1809 Studierende, 250 Dozierende und 62 Personen aus der Verwaltung. Jede Gruppe erhielt einen eigenen Fragebogen mit 75 Fragen – zu Häufigkeit und Anlass der Nutzung, zu Nützlichkeit, Vertrauen und Kontrolle, zu Sorgen um die wissenschaftliche Redlichkeit und zur Klarheit der Regeln des Hauses.
Die Verfasserinnen und Verfasser nennen das Ergebnis eine ausgeprägte Anpassungslücke. Die Studierenden gaben an, die Werkzeuge häufiger zu nutzen, und hielten sie für nützlicher als Dozierende und Verwaltung. Umgekehrt äusserten Dozierende und Verwaltung mehr Sorge um die Redlichkeit und trugen die Regeln zum verantwortungsvollen Gebrauch stärker mit.
Am stärksten hing das Vertrauen in die Werkzeuge daran, wie nützlich jemand sie fand; der standardisierte Wert dafür liegt bei 0,402. Wie klar die Regeln des Hauses sind, spielte ebenfalls eine Rolle, aber eine schwächere (0,223). Auffällig ist dabei, wer die Regeln für klar hält: Die Studierenden taten das häufiger als die Dozierenden.
Die Befragung ist eine Momentaufnahme und beruht auf Selbstauskunft. Sie zeigt Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den Gruppen, nicht Ursachen – ob jemand mit den Werkzeugen mehr lernt oder besser arbeitet, lässt sich daraus nicht ablesen. Eine ergänzende Auswertung der Studierendenantworten fand zwar unterschiedliche Erfahrungs- und Vertrauensgrade, aber kein übergreifendes Muster.
Für die Region
Überträgt man das auf ein Kollegium hier, lautet die naheliegende Frage nicht, ob eine Regelung besteht, sondern ob die Lehrpersonen sie für klar halten – in der Befragung taten sie das seltener als die Studierenden.