Persönliche Assistenzprogramme lesen fremde Inhalte – Webseiten, E-Mails, Beiträge aus sozialen Netzen – und behalten Ausgewähltes in einem dauerhaften Gedächtnis. Eine Arbeit auf arXiv beschreibt, wie genau dieses Behalten als Einfallstor dient: Wer Inhalte so platziert, dass ein Programm sie aufnimmt, kann dessen Haltung zu einem bestimmten Thema verschieben – ohne Zugriff auf das Programm, auf sein Gedächtnis oder auf die späteren Fragen der Nutzerin.
Drei Bausteine gehören dazu. Die eingebrachten Beiträge passen sich der umgebenden Diskussion an, ein Wasserzeichen macht sie bei der Auswahl leicht wiedererkennbar, und eine Zuordnung zu einer Kategorie sorgt dafür, dass die abgelegte Haltung bei späteren, verwandten Anfragen zum Zug kommt.
Geprüft wurde das an 6000 eigens verfassten Kommentaren aus sozialen Netzen und an 120 Fällen mit E-Mails. Die Auswahl über das Wasserzeichen erkannte 95,9 Prozent der eingebrachten Kommentare. Über vier nachgelagerte Aufgaben hinweg antwortete das Programm im Mittel in 91,2 Prozent der Fälle im Sinne des Angreifers, beim neueren Modell GPT-5.5 in 86,6 Prozent. Eine in der Arbeit vorgeschlagene Abgrenzung des Gedächtnisses erkennt die eingebrachte Neigung und drückt den Wert auf 80,6 Prozent.
Was die Zahlen nicht belegen: wie häufig solche Inhalte im Alltag überhaupt auftreten. Gemessen wurde ein Prüfstand aus eigens verfassten Beiträgen, nicht der Betrieb bei Nutzerinnen und Nutzern.
Für die Region
Wer im Verein oder im Betrieb ein Assistenzprogramm mit Gedächtnis einsetzt, sollte wissen, dass dieses Gedächtnis aus fremden Texten mitwächst – und dass eine einmal abgelegte Haltung auch bei späteren Anfragen noch mitspricht.