Unterscheiden sich zwei Produkte in den Angaben nicht, empfehlen kommerzielle Sprachmodelle das bekanntere der beiden. In einem Versuch mit Hautpflegeprodukten geschah das in 100 Prozent der Fälle. Geprüft wurden drei Modelle in drei Experimenten.
Stabil ist dieser Vorsprung nicht. Schon ein Vorsprung von weniger als 0,1 Bewertungssternen für ein Konkurrenzprodukt liess die Dominanz verschwinden.
Auch die Sprache wirkt. Marketingtexte im Ton der Autorität, darunter erfundene Belege aus klinischen Studien, verschoben die Empfehlung um einen Betrag, der 0,17 Bewertungspunkten entspricht. Die drei geprüften Modelle reagierten dabei unterschiedlich.
Treten alle Marken gleichzeitig mit derselben Optimierung an, ändert sich das Bild noch einmal. Der Einzelnutzen fiel dabei in der verwendeten Rechengrösse von 0,802 auf 0,007, und Marken, die nicht mitmachten, kamen in den Tests gar nicht mehr vor. Was die Untersuchung nicht zeigt: wie sich Menschen danach entscheiden. Gemessen wurde das Verhalten der Modelle, nicht das der Kundschaft.
Für die Region
Für ein KMU heisst das: Wer wenig bekannt ist, taucht in solchen Empfehlungen nur auf, wenn die Bewertung sichtbar besser ausfällt – geprüft wurde allerdings eine einzige Produktkategorie und nicht das Gewerbe vor Ort.