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Schattenseiten

Taiwan klagt neun wegen KI-Server-Exporten an

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

In Taiwan sind neun Personen angeklagt worden. Sie sollen geholfen haben, Dokumente zu fälschen und damit illegale Ausfuhren von leistungsfähigen KI-Servern nach China zu verdecken. Die Staatsanwaltschaft in Keelung bestätigte die Anklagepunkte – Untreue und Urkundenfälschung –, nannte aber keine Namen. Nach Berichten sollen ein leitender Mitarbeiter des Chipherstellers Nvidia und zwei in Taiwan tätige Angestellte von Supermicro darunter sein.

Der Fall hängt an einer Regel aus Washington. Seit 2022 verlangen die Vereinigten Staaten für die Ausfuhr von Halbleitern nach China eine Bewilligung. Begründet wird sie mit der nationalen Sicherheit: Die USA wollen im Wettlauf um künstliche Intelligenz vorne bleiben.

Angestossen hat die taiwanische Untersuchung ein Verfahren in den USA. Dort wurde im März ein Mitgründer von Supermicro festgenommen; ihm wird vorgeworfen, seit 2024 gesperrte KI-Server im Wert von 2,5 Milliarden Dollar nach China umgeleitet zu haben. Eine weitere verdächtigte Person aus einem verwandten Verfahren ist flüchtig, ihr wird das Abzweigen von Geldern bei einer beteiligten Vertriebsfirma zur Last gelegt.

Für die Region

Wer hier Rechenleistung für KI einkauft, sollte wissen, dass die Hardware dahinter unter staatlicher Ausfuhrkontrolle steht.

Erschienen in der Ausgabe vom Montag, 24. August 2026.