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Schattenseiten

Ein Modell, das nirgends Blei findet

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

In den USA darf ein Wasserversorger das Material einer Hausanschlussleitung mit einem Vorhersagemodell bestimmen, statt nachzugraben; die revidierte Lead and Copper Rule lässt das zu. Der Bundesstaat New York veröffentlicht pro Adresse, welche Methode zum Zug kam. Eine als Vorabdruck erschienene Untersuchung hat alle 153 Ortschaften geprüft, die mindestens 100 Adressen auf diesem Weg eingeteilt haben.

75 davon, 49 Prozent und zusammen 125’990 Adressen, tragen überall denselben Wert. Das allein ist kein Vorwurf: Bei 68 der 75 deckt sich der Wert mit den eigenen Grabungen, oder es gibt zu wenig zu prüfen. Sieben widersprechen den eigenen Bautrupps, sechs davon deutlicher, als sich mit Stichprobenzufall erklären lässt. Fünf sind Stadtbezirke von New York City, die als ein System melden, einer ist East Rochester, 550 Kilometer entfernt.

New York City ist der grösste Fall. Für 43’215 Adressen ist das Modell die vermerkte Grundlage, und auf allen steht derselbe Wert: bekannt, aber nicht Blei. Daneben führt die Stadt 121’779 Adressen als unbekannt, 1’880 davon sind bereits ausgehoben, und auf 120’692 Adressen Blei. Im Modell-Bestand ist beides null, die 95-Prozent-Obergrenze der Bleirate liegt dort bei 0,0085 Prozent.

Im Rest des Bundesstaates vermerkt dieselbe Methode auf 12,21 Prozent von 176’888 Adressen Blei oder einen Bleiverdacht. Die Schwächen dieses Vergleichs benennt die Untersuchung selbst: Fast keine Adresse trägt beides, Modellwert und Grabung, verglichen werden deshalb Bestände innerhalb eines Versorgers und nicht dieselben Häuser. Der modellgeprüfte Bestand ist zudem jünger, Baujahr im Mittel 1984 gegen 1930; das erklärt etwa ein Drittel des Abstands. Hält man die Bauepoche fest, findet die Einteilung nach Akten in jeder Epoche Blei, 4,3 bis 31,9 Prozent, die Grabung ebenfalls, 1,5 bis 14,5 Prozent, das Modell in keiner.

Was ohne Vergleich gilt

Zwei Befunde brauchen keinen Vergleich: 7’782 der modellgeprüften Adressen liegen in Gebäuden von vor 1940, und die archivierte Fassung von 2025 zeigt, dass die Einteilung der öffentlichen Seite aus dem Modellergebnis der Hausseite übernommen wurde. Sechs epochenbewusste Schätzverfahren verorten die erwartete Zahl der Bleileitungen in diesem Bestand bei 1’150 bis 1’450.

Für die Region

Wer in einer Gemeinde ein Leitungsregister mit Modellwerten füllt, sollte mitschreiben, wie viele davon ein Bautrupp später bestätigt hat – sonst steht am Ende eine Zahl, die niemand geprüft hat.

Urteil Ungeprüft.

Erschienen in der Ausgabe vom Freitag, 21. August 2026.