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Goldbacher Bote

Forschung und Zahlen

150 Durchläufe, 150 bestandene Aufgaben

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

Eine Untersuchung zur Programmierung von Quantenschaltungen hat drei Aufgabenpakete für Einsteigerkurse gegen ChatGPT gestellt: Schaltungen mit Bitflips und angepassten Messzuordnungen, eine Quanten-Fourier-Transformation samt Rückrechnung sowie eine Deutsch-Jozsa-Aufgabe mit individuellen Orakel-Masken. Von jedem Paket wurde eine für Studierende sichtbare Variante in 50 getrennten Sitzungen bearbeitet, zusammen 150.

Jede der 150 Abgaben lief durch und bestand die automatische Bewertung. Neun Sitzungen wurden vollständig aufbewahrt; in keiner musste am Programmcode oder an der Quantenlogik nachgeholfen werden. Die Gestaltung setzte dabei auf mehrere Hürden: individuelle Startwerte, Ausführung im Simulator, Abgabe als JSON-Datei, verborgene Referenzlösungen, Kennzahlen zur Schaltung und Reflexionsfragen, dazu wahlweise eine Ausführung auf der Plattform IBM Quantum.

Den Grund sucht die Untersuchung im Aufbau: Die Startwerte änderten Parameter, nicht die Struktur der Aufgabe, die erwarteten Ergebnisse liessen sich aus der sichtbaren Aufgabenlogik ableiten, und die Hilfestellungen legten wesentliche Lösungsschritte offen. Die verborgene Bewertung prüfte, ob die Ausgaben zusammenpassen – nicht, wer sie geschrieben hat. Was die Zahl 150 nicht belegt: Getestet wurde je eine Variante pro Paket, also nicht jeder Startwert und nicht jede denkbare Aufgabenstellung.

Als Konsequenz schlägt die Untersuchung vor, korrekte Abgaben nicht als Nachweis zu nehmen, sondern zu ergänzen – durch betreutes Abändern der eigenen Lösung, mündliche Prüfung, Vorhersagen und Übertragungsaufgaben.

Für die Region

Für eine Schule im Emmental, die Programmieraufgaben nach Hause gibt, heisst das: Die abgegebene Datei belegt, dass eine Lösung existiert – ob die Schülerin sie versteht, zeigt erst das Gespräch darüber.

Erschienen in der Ausgabe vom Freitag, 21. August 2026.