Software, die in der Forschung selbständig arbeitet, schlägt heute Ideen vor, schreibt Programme, führt Versuche durch, wertet Ergebnisse aus und formuliert Aufsätze. Beobachten und prüfen muss man solche Systeme ohnehin. Eine Arbeit auf dem Preprint-Server arXiv hält allerdings fest, dass das Mitschreiben jedes einzelnen Aufrufs dafür nicht genügt: Zu prüfen sind die erzeugten Ergebnisse und Behauptungen – und wie sie zusammenhängen.
Der Grund liegt in der Art der Fehler. Sie verteilen sich laut Arbeit über mehrere Gegenstände, statt an einer Stelle aufzutauchen: Eine Behauptung im Aufsatz verweist auf den falschen Beleg. Eine Suche entscheidet sich für einen entarteten Kandidaten. Eine Aussage über Neuheit ruht auf einer Regel, die niemand ausgesprochen hat. Ein Plan aus mehreren Beteiligten ändert sich, ohne dass ein Anlass sichtbar wird. In einer solchen Kette zeigt das Protokoll, dass etwas geschehen ist – nicht, worauf eine Aussage beruht.
Vorgeschlagen wird deshalb eine Mindestschicht für die Prüfung: eine übertragbare Herkunftsspur der erzeugten Gegenstände, die Behauptungen mitführt. Behauptungen werden darin zu gewöhnlichen Objekten mit ausdrücklicher Bindung an ihre Belege und an Prüfvermerke, neben Bearbeitern, Gütewerten, Archiven, Läufen, Datenströmen und Steuerbefehlen. Bestehende Werkzeuge für Ablaufverfolgung und Herkunft nennt die Arbeit nützlich, aber ihre Grundobjekte stellen genau diese Beziehungen nicht in den Vordergrund. Ablaufdaten dürfen im gängigen Telemetrieformat bleiben, fertige Pakete lassen sich in etablierte Herkunftsformate ausgeben.
Offen bleibt das Entscheidende: Die Arbeit schlägt vor, sie prüft nicht. Wer das Profil verwendet, was es an Aufwand kostet und ob eine so verlangte Belegkette in der Praxis geführt wird, sagt die Arbeit nicht. Eine Forderung ist noch keine Gewohnheit.
Für die Region
Wer in einer Schule oder einem Verein Software selbständig arbeiten lässt, sollte zu jedem Ergebnis sagen können, auf welchem Dokument es beruht – und nicht nur, dass ein Programm gelaufen ist.