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Goldbacher Bote

Forschung und Zahlen

Ein Cent mehr pro Anfrage, kein belegter Vorteil

Symbolbild · Grafik: Daisy Dietrich

Wer Sprachmodelle über eine Schnittstelle einkauft, bestellt nicht einfach einen Modellnamen, sondern eine Reihe von Bedingungen – darunter die Angabe, wie viel Denkaufwand das Modell treiben soll. Eine Studie hat genau diese Angabe isoliert: Dasselbe Modell (Sonnet 5) wurde einmal mit ausdrücklich hohem Denkaufwand und einmal ohne diese Angabe aufgerufen, auf 30 Aufgaben des Aufgabensatzes AIME 2026, je fünf Aufrufe pro Aufgabe. Aufbau, Auswertungsplan und Kategorien waren festgeschrieben, bevor die Ergebnisse angeschaut wurden.

Der Aufpreis ist messbar: Im Mittel kostete ein Aufruf mit ausdrücklich hohem Denkaufwand 0,01031 Dollar mehr, das Unsicherheitsintervall reicht von 0,00204 bis 0,01974 Dollar. Pro richtige Antwort gerechnet lagen die Kosten bei 0,08665 Dollar mit hohem Aufwand und bei 0,07662 Dollar ohne die Angabe.

Bei der Trefferquote bleibt das Bild unscharf. Gemessen wurde ein Vorsprung von 0,0133 zugunsten des hohen Aufwands, das Unsicherheitsintervall reicht von minus 0,0267 bis plus 0,0467. Ein Unterschied liess sich damit nicht nachweisen – was nicht heisst, dass es keinen gibt: Ein Gewinn von bis zu 4,67 Prozentpunkten ist mit diesem Versuchsaufbau nicht auszuschliessen.

Die Autorenschaft begrenzt ihre Aussagen ausdrücklich auf dieses Modell, diese Aufgaben und diesen Erhebungszeitpunkt. Dazu kommt ein Befund, der das Übertragen erschwert: Was es bedeutet, wenn die Angabe zum Denkaufwand fehlt, ist von Modell zu Modell verschieden – auch innerhalb desselben Anbieters.

Für die Region

Wer pro Anfrage zahlt – eine Schule, ein Verein, ein KMU –, sollte die Einstellungen an den eigenen Aufgaben durchrechnen, statt vorsorglich die teuerste zu wählen.